Kvadrat Shade: Die Papierwelt gehört der Vergangenheit an
Der Sonnenschutzhersteller Kvadrat Shade wächst schnell und schult mit EZ-GO eine neue Generation von Bedienern. Daneben unterstützt das Unternehmen die autonome Instandhaltung und verbessert laufend seine Produktionsprozesse.
3Produktionsstandorte in den Niederlanden
4.000Meter lange Stoffrollen
2Tage für die zwei komplexesten Maschinen
Detmar Roessink, Managing Director Shade, und Kilian Bennink, Supply Chain Manager, erklären, wie sie EZ-GO an drei Standorten eingeführt haben.
Know-how weitergeben
Ein Handwerksbetrieb, bei dem vieles in den Köpfen steckt
„Wenn ich meine Kinder frage, wie etwas geht, schicken sie mich zu YouTube“, sagt Detmar Roessink, Managing Director Shade bei Kvadrat. „Die Papierwelt ist nicht die Zukunft. Auf Papier lässt sich etwas nie so deutlich erklären wie mit Videos und Fotos. Als wir eine Lösung suchten, um die autonome Instandhaltung zu planen und Know-how weiterzugeben, war deshalb klar: Sie musste digital und visuell sein.“
Kvadrat Shade stellt Sonnenschutzprodukte her. Das Weben des Tuchs, das Metallisieren des Stoffs und die Konfektion zu fertigen Produkten finden alle an eigenen Standorten statt. „Wir sind ein echter Handwerksbetrieb. Unsere erfahrenen Mitarbeitenden haben viel Know-how, und ihr Durchschnittsalter ist hoch. Gerade wachsen wir schnell, deshalb kommen viele neue, junge Leute zu uns. Für diesen Zuwachs hatten wir aber eigentlich kein richtiges Schulungsmaterial.“
Ein weiterer wichtiger Grund, mit der Plattform zu starten: Geplante Tätigkeiten wie Reinigung, Inspektion und Wartung waren kaum strukturiert.
„Ich glaube an autonome Instandhaltung durch den Bediener. Aber dafür muss man die Voraussetzungen schaffen. Diese Plattform bietet die Möglichkeiten dazu.“
Detmar RoessinkManaging Director Kvadrat Shade
Schrittweise Einführung
Standort für Standort, Maschine für Maschine
In den Niederlanden hat Kvadrat drei Produktionsstandorte: für das Weben, das Metallisieren und die Konfektion. Die Einführung leitet Kilian Bennink im Rahmen seiner Rolle als Supply Chain Manager. „Im März 2021 haben wir in dem Werk begonnen, in dem wir Stoffe metallisieren. Das sind Chargenprozesse mit Stoffrollen von bis zu 4.000 Metern. Die vorhandenen Arbeitsanweisungen waren lange nicht überarbeitet worden, viele waren gar nicht festgehalten, also haben wir damit angefangen.“
„Zuerst haben wir uns die zwei komplexesten Maschinen vorgenommen. Nachdem die Arbeitsanweisungen überarbeitet waren, war das eigentliche Befüllen der App mit Text und Bildern nur noch wenig Arbeit. Für diese Maschinen hat alles zusammen zwei Tage gedauert. Danach folgten der Rollout auf die anderen Maschinen und die Nutzung weiterer Funktionen. Auch 5S-Audits nehmen wir in die App auf.“
An jedem Standort hält der Projektleiter zuerst eine Präsentation, um zu zeigen, was die Plattform umfasst und wie sie den Bedienern helfen kann. Zum Projektteam gehören immer ein Teamleiter und einige Bediener. Schließlich kennen sie die Prozesse und vor allem die Ausnahmen.
Schulung mit der App
Was erfahrene Bediener aufzuschreiben vergessen
Die Schulung von Mitarbeitenden mit EZ-GO hat zwei Seiten. Die Checklisten und Arbeitsanweisungen werden vor Ort genutzt, wenn neue Mitarbeitende geschult werden. Und die App dient auch als Nachschlagewerk, sodass neue Bediener bald selbstständig arbeiten können.
Dabei erlebte Kvadrat Shade eine Überraschung, sagt Kilian: „Die Arbeitsanweisungen werden jetzt von erfahrenen Bedienern erstellt, und genau darum geht es natürlich. Als wir sie zu nutzen begannen, merkten wir schnell, dass Bediener manche Dinge so selbstverständlich finden, dass sie gar nicht oder nicht vollständig in der App stehen. Oder dass bestimmte erfahrene Bediener Dinge etwas anders machen. Deshalb passen wir gerade eine Reihe von Arbeitsanweisungen an, damit sie explizit und für Einsteiger klar genug sind.“
Ergebnisse
Begeisterung und mehr Wünsche
Detmar ist zufrieden mit dem, was in sechs Monaten schon erreicht wurde. „Wir sehen, dass Hygiene, Sauberkeit und Ordnung besser werden, weil Tätigkeiten geplant und abgehakt werden und weil klar ist, wie ein Produktionsstandort aussehen soll.“
„Am Anfang haben sich manche Bediener gefragt, ob so eine digitale App wirklich nötig ist, aber jetzt sind sie begeistert, und wir bekommen immer mehr Wünsche, etwa: Kann das auch noch mit rein? Außerdem sehen wir, dass die Funktion zum Melden von Maßnahmen immer häufiger genutzt wird. Ein Bediener meldet zum Beispiel, dass ein Rollwagen weggeräumt werden muss. Derzeit gehen alle Meldungen zentral bei einem Teamleiter ein, der dann entscheidet, wem die Maßnahme zugewiesen wird.“
Zukunftsfähig
Aufholen bei Personal und Kapazität
Dass Kvadrat diesen Professionalisierungsprozess durchläuft, ist kein Zufall. Das Unternehmen entwickelt sich schnell. Nach langer Zeit im Besitz einer Investmentgesellschaft gehört es seit 2019 zu einer engagierten dänischen Muttergesellschaft. Zum 1. Juli 2022 wurde der Name Verosol in Kvadrat geändert.
„Wir holen jetzt bei den Investitionen in Menschen und Produktionskapazität richtig auf“, sagt Detmar. „Auf dem aktuellen Arbeitsmarkt ist es sicher schwierig, Leute zu finden, deshalb sind eine gründliche Ausbildung und Schulung für uns äußerst wichtig.“
„Die Lernfähigkeit dieses Systems war für uns ein wichtiger Grund, uns für EZ-GO zu entscheiden. Wir können Sicherheit, Qualität und Geschwindigkeit der Prozesse messen und bei Bedarf nachsteuern. Wenn neue Produkte und Prozesse dazukommen, können wir sie einfach hinzufügen. Und alle können damit arbeiten.“
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